Web 2.0: Neue innovative Serviceleistungen
Das Internet wurde ursprünglich entwickelt, damit Universitäten untereinander Informationen und Wissen austauschen können. Es stand also der wechselseitige Service im Vordergrund. Das Internet als Spielwiese mit bunten und lauten Flashanimationen kam erst sehr viel später, so etwa ab Mitte der 90er. Alles unter dem Stichwort Kommerzialisierung. Es ging darum, dem User etwas zu verkaufen oder mittels Werbung unterzujubeln. Dieser Hype fand mit dem Börsencrash Anfang des 21. Jahrhundert sein unrühmliches aber wohlverdientes Ende. Nicht dass das Internet unterging, einige innovative Firmen überlebten und glaubten an ihre Zukunft im Web.
Zu ihnen gehörte auch der Verleger Tim O’Reilly, der mit dem Schlagwort „Web 2.0“ schon 2005 eine neue Hype auslöste. Diesmal soll alles ganz anders werden, dass Web soll zu dem werden, was es mal ursprünglich gedacht war: ein Medium der demokratischen und weltumspannenden Kommunikation und Interaktion.
Die Protagonisten des neuen Web 2.0 heben folgende Serviceleistungen für den Internetuser hervor:
Personal Publishing - Jeder kann Autor werden
Mittels Blogs eröffnen Internetuser ihre Sicht der Dinge zum Diskurs. Mittels Vernetzung und wechselseitiger Kommentierung schaffen Sie die Blogosphäre, eine Ergänzung zur publizistischen Sphäre der herkömmlichen Print- und elektronischen Medien.
Podcasts und Videoblogs - Publizieren multimedial:
Hier werden die Internetuser zum alternativen Radio- und Fernsehpublizisten. Statt Texte zu schreiben nehmen die User Texte auf, führen Interviews und stellen diese ins Netz. Eine sehr populäre Plattform für Video ist hier YouTube. Insofern hier Videos häufig angesehen werden, werden zum Gegenstand der Diskussion im Internet aber auch darüber hinaus. Es gibt aber auch neue Dienste die eine echte wechselseite Kommunikation bieten, wie z.B. interaktive Party Gemeinschaften oder in indirekter Form durch so genannte soziale Lesezeichen Dienste. Es vergeht kaum ein Tag, an dem irgendein neuer innovative Dienst startet.
Wikiwiki ist hawaiisch für »schnell« - Werkzeuge zur Zusammenarbeit im Netz
Auch nach Ansicht vieler Kritiker ist die beste Enzyklopädie bei Wikipedia zu finden. Warum? Weil hier jeder mitschreiben und korrigieren kann. Nicht immer (aber immer öfter) setzt sich dabei der bessere (unparteische) Standort durch. Interessenvertreter werden erkannt ihre Eingriffsversuche werden gnadenlos auf den Diskussionsseiten zur Enzyklopädie gebrandmarkt.
Der Nutzen für den Internetuser ist immer wieder: seine Sicht der Dinge wird bekannter, muss sich gegen kritische Einwände behaupten. Er kann seine Sicht der Welt im Rahmen nachvollziehbarer Kritik korrigieren.
Marcoflatrate@gmail.com