Sitzball statt Bürostuhl
Kann jemand, der den ganzen Tag hart arbeitet und im Büro viele Überstunden macht, noch die Zeit finden, etwas für seine Gesundheit zu tun? Viele Menschen antworten darauf mit einem klaren „Nein“. Sie rechtfertigen ihr Übergewicht mit Sätzen wie: „Für Sport habe ich keine Zeit.“ Sie stöhnen über Rückenschmerzen und beklagen sich im selben Atemzug darüber, vor lauter Stress nichts dagegen tun zu können. Wenn man es nüchtern betrachtet, sind das nur Ausreden. Oft reicht schon die simple Frage, wie viel Zeit die betreffende Person denn vor dem Fernseher verbringt, um die Ausflüchte als solche zu entlarven. Vorausgesetzt natürlich, man erhält eine ehrliche Antwort. Nun hat natürlich jeder das Recht, seine Gesundheit zu vernachlässigen oder gar unter Schmerzen still vor sich hin zu leiden, wenn er denn unbedingt möchte. Das Problem ist allerdings, dass die meisten Menschen es ja im Grunde nicht wollen. So dienen all ihre Ausflüchte auch gar nicht so sehr der Rechtfertigung vor anderen, sondern vielmehr vor sich selbst. Oft glaubt der gestresste Rückenpatient selbst an seine Zeitnot, an die Unabwendbarkeit seiner Leiden. Dabei gibt es überhaupt keinen Grund, einen Zwölf-Stunden-Tag im Büro nicht mit Rückengymnastik zu verbinden. Die Lösung kann zum Beispiel schon ein einfacher Gymnastikball bzw. Sitzball sein, den man anstelle des üblichen Bürostuhls benutzt. Das Sitzen darauf stärkt die Wirbelsäule und beugt so Rückenproblemen sehr wirkungsvoll vor. Nutzt man zudem täglich einige Minuten der Mittagspause für ein paar Übungen mit dem Ball, kann man die Wirkung noch erheblich steigern. Was aber, wenn der Chef einen solchen Sitzball nicht duldet? Auch das ist kein Hinderungsgrund für regelmäßiges Training. Wer sagt denn, dass man die abendliche Tagesschau vom Sofa aus verfolgen muss? Auch hier ist sicher der Ball die bessere Alternative. Dieses sind nur zwei Beispiele dafür, dass es oft nicht so sehr darauf ankommt, womit man seine Zeit verbringt, sondern vielmehr, auf welche Weise man es tut.
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