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Partnerschaft und Intellekt

TamaraEP

Der Aufstieg Martin Heideggers zum weltweiten Modephilosophen ist legendär, denn seine Berühmtheit erlangte er fast von einem auf den anderen Tag. Das Erscheinen seines Hauptwerks Sein und Zeit im Jahre 1927 macht ihn schlagartig weltberühmt. Kein anderes philosophisches Werk schlug derart ein wie ein Bombe, obwohl nur der erste Teil davon erschien. Aus der Kritik an der traditionellen Metaphysik entwarf Heidegger eine Fundamentalontologie, die bleibenden Einfluss auf die gesamte moderne Philosophie ausübte. 1924 nahm eine 18-jährige Studentin in Marburg ihr Studium auf, wo Heidegger als Philosophieprofessor lehrte. Der 35-jährige Familienvater und die 17 Jahre jüngere Studentin verliebten sich ineinander. Hannah Arendt, die später mit Vita activa oder Vom tätigen Leben (1960) ebenfalls weltberühmt werden sollte, lebte in Marburg wegen ihrer Beziehung zu Heidegger, die dieser geheim halten wollte, sehr zurückgezogen. Die intellektuelle und erotische Beziehung zwischen Martin Heidegger, der zeitweise dem Nationalsozialismus nahe stand, und der schönen Jüdin Hannah Arendt wurde später künstlerisch mehrmals verarbeitet.

Aus seiner persönlichen Heidegger-Rezeption schrieb ein anderer Denker Philosophiegeschichte: Jean-Paul Sarte bestimmte mit seinem 1943 erschienenen Hauptwerk Das Sein und das Nichts über Jahrzehnte die französische und teilweise auch die europäische Philosophie. Sartre wurde intellektuell und politisch in Frankreich so einflussreich, dass sich noch die französischen Poststrukturalisten in Gegnerschaft an ihm abarbeiteten. Was Heidegger fundamentalontologisch begann, führte Sartre existenzphilosophisch weiter. Für Sartre geht die Existenz dem Wesen voraus (”L’existence précède l’essence”). Einzig sein nacktes Dasein ist dem Menschen vorgegeben. Was ihn am Ende ausmacht, muss er erfinden.

Legendär wurde Sartres Liebesbeziehung zu Simone de Beauvoir, die mit ihrem Welterfolg Das andere Geschlecht (1949) zur Vorzeigefeministin Frankreichs aufstieg. Sartre und Beauvoir lernten sich 1929 an der Sorbonne kennen. Sie wohnten im Künstlerviertel Montparnasse, zunächst in getrennten Hotels, dann in getrennten Wohnungen. Sie praktizierten zeitlebens das, was man heute als “offene Beziehung” bezeichnet, und ihre zahllosen Affären bildeten keinen Widerspruch zu ihrer intellektuell geprägten Beziehung. Die Vorteile des Lebens zu zweit zu genießen und keine seiner Unannehmlichkeiten, was das Ziel ihrer Beziehung. Beauvoir pflegte ihren Lebensgefährten während seiner langen Krankheit bis zu seinem Tod im Jahr 1980. Sechs Jahre später folgte sie ihm, sie liegen zusammen auf dem Cimetière du Montparnasse in Paris begraben.

Gibt es zwischen Partnern zu große Unterschiede in Bezug auf das intellektuelle Vermögen, wird die Beziehung früher oder später scheitern oder unglücklich sein. Um bei der Philosophiegeschichte zu bleiben, sei die Ehe von Sokrates und der streitsüchtigen Xanthippe erwähnt, deren Übellaunigkeit Xenophon mehrfach eindrücklich geschildert hat. Wie die größte Single-Studie Deutschlands vom Juli 2007 zeigte, finden 54 Prozent der Frauen den Beruf des Architekten bei Männern besonders anziehend. Umgekehrt bevorzugen 54 Prozent der Männer bei Frauen den Beruf der Ärztin. Eine Partnervermittlung, die a priori großen Wert legt auf Niveau und Bildung ihrer Mitglieder, hat da natürlich große Vorteile. Bei ElitePartner etwa liegt der Akademikeranteil bei 67 Prozent.

Tamara
tamara_weigel@freenet.de

Author:
TamaraEP
Time:
Saturday, April 5th, 2008 at 19:12
Category:
Kunst
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