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Feb

Kinderbetreuung kostet Geld

findur

Lohnt sich Arbeit überhaupt noch? Diese Frage wird gerade mal wieder lebhaft in allen Medien diskutiert. Und die Antwort ist beileibe nicht so einfach, wie es auf den ersten Blick scheint. Natürlich – man kann sich ansehen, wie viele Stunden ein Berufstätiger im Schnitt arbeitet und wie viel Geld er pro Stunde bekommt. Daraus ergibt sich sein Bruttoeinkommen. Hiervon zieht man nun die Steuern ab, ebenso die Abgaben für die Sozialversicherungen (also Arbeitslosenversicherung, Rentenversicherung, Krankenversicherung und Pflegeversicherung) – schon weiß man, was die Person netto im Portemonnaie hat. Sagen wir einmal, es sind 1500 Euro im Monat. Das vergleichen wir jetzt mit einem Langzeitarbeitslosen, der von Hartz IV lebt. Auf den ersten Blick ist es ganz einfach: Der Arbeitslose hat nicht einmal ein Viertel von dem, was der Erwerbstätige hat. Allerdings relativiert sich dieser Vergleich bald. Zum Einen kann natürlich der Bedürftige eine Reihe von Zulagen erhalten, einen Mietzuschuss etwa. Zum Anderen muss er für viele Dinge nicht bezahlen, die das Leben für arbeitende Menschen teuer machen. Er kann sich beispielsweise von den Fernsehgebühren befreien lassen, zahlt weniger für die Klassenreisen der Kinder, für Schulbücher oder auch das Mittagessen in der Schulkantine. Diese Dinge läppern sich zusammen und gleichen den Lebensstandard der beiden Personen schnell an. Wie gesagt, all das wird zur Zeit gerade lebhaft diskutiert. Es gibt aber auch Dinge, die in der Diskussion oft zu kurz kommen. Denn der, der arbeitet, zahlt nicht nur für dieselben Leistungen oft mehr. Er muss auch Leistungen in Anspruch nehmen, die der Arbeitslose nicht benötigt. Typische Beispiele sind Babysitter und Tagesmutter oder auch Hausaufgabenbetreuung. Wer den ganzen Tag zuhause ist, kann sich um seine Kinder selbst kümmern. Wer arbeitet – womöglich noch zu ungünstigen Zeiten, etwa als Verkäuferin –, muss die Betreuung an Dienstleister abgeben, die damit wiederum ihren Lebensunterhalt verdienen müssen. Da kann es schnell passieren, dass man an einem Tag mehr ausgibt, als man mit der eigenen Arbeit verdient. Das Absenken von Regelsätzen für Arbeitslose ändert an diesen Problemen nicht das Geringste – wirkliche Lösungen sind gefragt. Damit sich Arbeit tatsächlich auch in Zukunft lohnt.

Andreas
presse@mettlerweb.de

Author:
findur
Time:
Tuesday, February 23rd, 2010 at 15:29
Category:
Familie
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