Tue
25
May

Jeder muss helfen

findur

An sich ist Erste Hilfe ja etwas Tolles. Man hilft dabei Menschen in Not, rettet ihnen vielleicht sogar das Leben. Sicher ist es ein großartiges Gefühl, wenn man auf diese Weise etwas Gutes tun kann. Und die meisten von uns sind ja auch bis zu einem gewissen Grad darauf vorbereitet, im Notfall zu helfen. Zumindest haben sie irgendwann einmal einen Erste-Hilfe-Kurs belegt. Man erinnert sich auch an das eine oder andere, die stabile Seitenlage etwa, die Mund-zu-Mund- (oder Mund-zu-Nase-) Beatmung, vielleicht auch das Kontroll-Schema Bewusstsein-Atmung-Kreislauf, anhand dessen man einschätzen kann, was eigentlich im Einzelfall notwendig ist. Und trotzdem fragen sich viele Menschen gelegentlich: Ist man eigentlich zur Ersten Hilfe verpflichtet? Um diese Frage zunächst einmal grundsätzlich zu beantworten: Ja. Prinzipiell ist jeder verpflichtet, anderen in Notsituationen zu helfen, und zwar auf eine angemessene Weise. Wer zum Beispiel sieht, dass jemand anders überfallen wird, muss mit seinem Handy die Polizei rufen, und wer einen Unfall beobachtet, muss ebenfalls – sofern er ein Telefon zur Hand hat – die Rettungskräfte informieren. Wer das nicht tut, macht sich strafbar – die Rede ist dann von unterlassener Hilfeleistung. Ebenso ist man verpflichtet, bei einem Schwerverletzten Erste Hilfe zu leisten. Zumindest dann, wenn man mal einen solchen Kurs belegt hat – und das ist zum Beispiel bei Führerscheinbesitzern grundsätzlich der Fall. Nachdem das geklärt ist, stellt sich natürlich die Frage: Warum zögern überhaupt manche Menschen, Erste Hilfe zu leisten? Hierauf gibt es sicher verschiedene Antworten. Einerseits ist da immer die Frage, ob man nicht vielleicht etwas falsch macht. Hier gilt aber der Grundsatz: Die Hilfe muss nicht unbedingt perfekt sein. Oft ist es besser, überhaupt etwas zu tun. Wenn etwa das Opfer eines Unfalls nicht mehr atmet, dann wird es nach zwei oder drei Minuten tot sein.

Man kann in so einer Situation kaum etwas verschlimmern. Hier ist sofortige Beatmung angesagt. Ein anderer Grund, der manche zögern lässt, ist die Angst vor eigenen Schäden. Natürlich muss man eine Unfallstelle zunächst absichern, bevor man darangeht, den Verletzten zu helfen. Aber was, wenn man sich etwa bei der Mund-zu-Mund-Beatmung eines Kranken ansteckt? Nun, diese Gefahr ist nicht sehr groß, lässt sich aber durch ein Beatmungstuch noch weiter verringern. Ganz generell kann man aber sagen: Jeder sollte sich bemühen, zu helfen – und dabei ein gewisses Augenmaß an den Tag legen. Niemand erwartet, dass sich Ersthelfer selbst in Gefahr bringen oder schwierige Operationen durchführen. Auch hier gilt manchmal: Weniger ist mehr. Vor allem aber ist ein wenig Hilfe besser als gar nichts.

Andreas
presse@mettlerweb.de

Author:
findur
Time:
Tuesday, May 25th, 2010 at 14:36
Category:
Gesundheit
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